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Neuigkeiten aus dem Regionalgeldbereich


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In Memoriam Bernard Lietaer

Wir trauern um Bernard Lietaer, der am 4. Februar an Krebs gestorben ist. Er war ein langjähriger Freund, Kollege sowie Mentor, dem wir außerordentliche Erkenntnisse und unschätzbar wertvolle Inspirationen verdanken. Mit ihm verliert die Welt nicht nur den Mann, der am meisten über Geld wusste, sondern vor allem den Kopf, der am besten neue Geldsysteme für die Menschen entwickeln konnte. Er wollte die Welt des Geldes neu und besser ordnen. Er erkannte, dass Geld so ein mächtiges Instrument ist, das nicht nur die Wirtschaft sondern auch unser Denken beherrscht. Er brannte für sein Thema, denn „wenn es ein einziges Instrument gibt, das alle Bereiche verbessern kann, die wir verbessern müssen, um die Menschheit zu retten, dann ist es das Geldsystem.“

Auf ihn gehen die Begriffe „Komplementärwährung“ und „Monetäres-Öko-System“ zurück. Er sagte: „Gib mir ein Problem und ich entwickele eine komplementäre Währung, mit der Du es lösen kannst.“ Margrit Kennedy schrieb an den langjährigen Freund und Co-Autor: „Deine Fantasie, Deine unerschöpflichen Ideen, wie man Geld gestalten, erfinden und verwandeln kann, versetzen mich einfach immer wieder ins Staunen.“ Beide waren überzeugt, dass eine Vielfalt an Währungssystemen für die Menschen, die Wirtschaft und die Natur besser sind als nur ein einziges Geldsystem, in dem Geld durch die Kreditschöpfung von Banken entsteht.

Lietaer litt darunter, dass es ihm nicht hinreichend gelang, seine Ideen systematisch und politisch umzusetzen: Auch wenn viele tausend lokale Komplementwährungen und Initiativen über die letzten Jahrzehnte entstanden sind, so blieb ihm doch die Anerkennung und der Anschluss an das konventionelle Geldsystem verwehrt. „Es ist egal, ob du die Lösung hast.“ meinte er in einem letzten, ausführlichen Video-Interview, das er 2016 gegeben hat. So bedauerte er es zutiefst, dass Griechenland keine Chance mit einer nationalen Parallelwährung gegeben wurde. Es war für ihn offensichtlich, dass es den Griechen so viel besser gehen könnte, wenn sie – ähnlich wie die Briten – eine nationale Währung nutzen könnten neben dem Euro.

Lietaer war ein großer Geist mit ungewöhnlich hellem Intellekt, der das Leben von vielen Menschen bereichert hat. Er steht für uns in der Reihe von Ökonomen wie S. Gesell, J.M. Keynes oder N. Georgescu-Roegen. Isaac Newton wird mit dem Satz zitiert, dass wir alle auf den Schultern von Riesen stehen und damit besser in die Zukunft sehen können. Am 7. Februar wäre Bernard Lietaer 77 Jahre alt geworden. Wir werden ihn immer lieben und stehen jetzt auf seinen Schultern, um so besser seine Arbeit fortsetzen zu können und so eine bessere Welt zu bauen.


7. Februar 2019

Stefan Brunnhuber und Kathrin Latsch

In Memoriam Bernard Lietaer 2019/02/09 10:55

Sterntaler wird in den Chiemgauer überführt – Regiogeld-Initiativen fusionieren

Abschlusszählung der Sterntaler
Vor 10 Jahren in Aller Munde, ist es heute um Regiogeld in den Medien etwas stiller geworden. Die Euro-Krise scheint längst Vergangenheit zu sein und man könnte fast glauben, dass das „Geld ohne Zinsen“ Wirklichkeit geworden ist. Braucht es denn den Chiemgauer, den Sterntaler, die anderen Regiogeld-Initiativen noch?
Die Antwort ist ein klares „Ja“, denn es hat sich mit und seit der Euro-Krise strukturell kaum etwas verändert. Die Spekulation mit Geld ist heute größer denn je.
Kryptowährungen, Blackrock, FinTechs, da mag Regionalgeld, das nicht zum Spekulieren und Horten geeignet ist, kurzfristig gesehen langweilig erscheinen. Langfristig kommt es aber darauf an, dass Geld der Realwirtschaft dient und nicht der Spekulation. Immerhin sind die Umsätze der Regionalgelder in den letzten 10 Jahren um ein Vielfaches gewachsen, wenn man den Blick auf die gesamte EU richtet. In England, Frankreich, Spanien und Italien blühen Regionalwährungen, also überall dort, wo sich wirtschaftliche Krisen bemerkbar machen. Auch der Chiemgauer hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt.
Auch beim Sterntaler hatten wir in den ersten Jahren eine gute Entwicklung, allerdings blieb das Niveau auch in den besten Zeit relativ klein. Wichtige Geschäfte mit größeren Geschäften haben geschlossen und das vermeintlich boomende wirtschaftliche Umfeld tat ihr übriges. Intern haben die Motivation und die Kräfte aus verschiedensten Gründen nachgelassen.

Schon seit vielen Jahren arbeiten Sterntaler und Chiemgauer über die REGIOS eG sehr eng zusammen. Im Jahr 2017 haben sich die beiden Regiogeld-Initiativen überlegt, wie man die Zusammenarbeit weiter intensivieren kann, wie man Aufwand und Systemkosten verringern und gleichzeitig die Leistungen für die Mitglieder und Unterstützer verbessern kann.

Wie groß darf eine Region sein, wie groß muss eine Region sein, damit Regiogeld seine positive Wirkung entfalten kann? Vorstand und Aufsichtsrat der Regiostar eG haben in den letzten zwei Jahren zu internen Workshops eingeladen, intensiv diskutiert, wie die Zukunft des Regiogeldes im Berchtesgadener Land aussehen könnte. Das Ergebnis war, dass der Sterntaler eine Fusion mit dem „Chiemgauer“ anstreben sollte, um Doppelstrukturen abzubauen, um insgesamt das Regiogeld in Südostbayern zu stärken. Im Sommer 2017 hat der Vorstand der Regiostar eG der Generalversammlung deshalb den Vorschlag unterbreitet den „Sterntaler“ in den Chiemgauer zu überführen. Das war keine leichte Entscheidung, denn der Sterntaler wird praktisch unsichtbar werden, denn es werden ab 2018 keine eigenen Gutscheine mehr gedruckt. Der Vorschlag bekam ein große Mehrheit in der Versammlung, denn das Ziel: die erfolgreichste Regiogeldinitiative Deutschlands, den „Chiemgauer“ zu stärken, hatte überzeugt.

Sterntaler wird in den Chiemgauer überführt – Regiogeld-Initiativen fusionieren 2018/05/20 15:15

Besuch aus Korea beim "Chiemgauer"

chiemgauer.info
Eine 6-köpfige Delegation aus der Provinz Verwaltung Gyeonggi war nach Traunstein angereist. In Südkorea hat die Regionalregierung eine Abteilung für regionale Kooperation. Diese initiiert, begleitet und betreut Projekte, um die Netzwerkentwicklung in der Region zu unterstützen.
Die Delegation hatte sich gut auf das Treffen in Traunstein vorbereitet und stellte intensiv Fragen rund um die soziale Förderung, die Finanzierung, die demokratische Trägerschaft des Projektes und zum Umlauf-Impuls. Viele Aspekte wurden sehr positiv gesehen. Auch die Themen Bargeld und bargeldlos wurden intensiv diskutiert. Später wurden die Ansätze vor Ort erprobt: In der Touristeninfo wurde der Umtausch von Euro in Chiemgauer praktiziert. Die Verbndung mit kulinarischen Genüssen aus der Region gefiel den Besuchern im Café Lindl, in dem sie dann mit Chiemgauern bezahlen konnten, besonders gut.
Auf die Frage zur Einführung einer Regionalwährung in Südkorea antwortete der Direktor Kim Neungsik, dass er gute Chancen sehe. Beim Chiemgauer seien die engagierten Bürger, die im Projekt ehrenamtlich mitwirken, besonders lobenswert.
 
Von: C. Gelleri/ E. Boehringer übernommen von chiemgauer.info

Besuch aus Korea beim "Chiemgauer" 2018/05/20 14:43

In Paris gibt es den "Pfirsich" als Zahlungsmittel

Die Aargauer Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe am 20. Mai 2018 über eine neue Regionalwährung in Paris. "Sie heisst «la pêche» (Pfirsich), ist aber so flach wie ein Geldschein." "In Frankreich entstehen Dutzende eigenständiger Regionalwährungen, die neuste im Grossraum Paris. Die Idee: Eine lokale Verbundenheit frei von Finanzspekulation zu schaffen. Bei den Franzosen kommt das gut an."

Hier der Link zum Artikel der Aargauer Zeitung als Hinweis auf Regionalwährungen in Europa.

In Paris gibt es den "Pfirsich" als Zahlungsmittel 2018/05/20 14:36

Der Tagesspiegel über "Blackrock"

"Ein Geldkonzern auf dem Weg zur globalen Vorherrschaft" überschreibt "Der Tagesspiegel" seinen Bericht über ein einzigartiges "Unternehmens, wie es das noch nie gab":
Blackrock, der globale Geldriese mit Kunden in 100 Ländern, 300 Milliarden Dollar Anlagekapital; beteiligt "an mehr als 17 000 Unternehmen und bei allen börsennotierten Weltkonzernen aus Europa und den USA einflussreicher Großaktionär
  • untergräbt als allgegenwärtiger Großaktionär den marktwirtschaftlichen Wettbewerb;
  • arbeitet so eng mit Aufsichtsbehörden und Regierungen zusammen, dass die Grenzen zwischen privatem Kapital und dem Staat verschwimmen;
  • treibt die Privatisierung der Altersvorsorge voran, um Sparkapital in seine Fonds zu lenken;
  • und verfügt über ein starkes Netzwerk politischer Verbindungen, das einer möglichen Regulierung entgegensteht."
Hier der externe Link zum Artikel als weiterführende Information auf das Geldsystem.

Der Tagesspiegel über "Blackrock" 2018/05/20 14:25